Was tun bei Erektions­stö­rungen? Behand­lungs­möglichkeiten & Tipps

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Erektionsstörungen können in jedem Alter auftreten. Meist sind organische, seltener psychische Faktoren der Auslöser. Allerdings gibt es diverse Behandlungsmöglichkeiten, die Erfolg versprechen.

Erektionsstörungen nicht nur im hohen Alter

Zwar können Erektionsstörungen (auch erektile Dysfunktion genannt) und Impotenz Männer jeglichen Alters treffen. Betroffen sind jedoch vor allem Männer über 60. Dazu Prof. Dr. Daniel Eberli, Direktor der Klinik für Urologie an der Universitätsklinik Zürich: «In dieser Altersklasse klagen mehr als 50% der Männer über Erektionsstörungen.» Die Probleme entstehen dann, wenn trotz sexueller Erregung zu wenig Blut in die Penisschwellkörper fliesst.

Mögliche Ursachen von Erektionsstörungen & Impotenz

Eine erektile Dysfunktion ist angesichts der verschiedenen möglichen Ursachen auf jeden Fall ernst zu nehmen. So kann sie zum Beispiel auf eine Durchblutungsstörung und auf ernsthafte Krankheiten wie Bluthochdruck hindeuten.

So berichtet ein Grossteil der Männer, die einen Herzinfarkt erlitten haben, zuvor an Erektionsstörungen gelitten zu haben.
Prof. Dr. Daniel Eberli, Direktor der Klinik für Urologie an der Universitätsklinik Zürich

Zu den körperlichen Ursachen zählen unter anderem:

  • Stoffwechsel- und Organerkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus)
  • Erkrankungen von Nerven und Gehirn (etwa multiple Sklerose, Schlaganfall)
  • Prostataprobleme nach Entfernung der Prostata oder Entzündung der Prostata
  • Herz- und Gefässerkrankungen (zum Beispiel Arteriosklerose, Bluthochdruck oder koronare Herzkrankheit)

Auch Testosteronmangel – zum Beispiel infolge der Wechseljahre beim Mann – hat einen Einfluss auf erektile Dysfunktionen. In seltenen Fällen kommen auch psychische Ursachen wie zum Beispiel Stress infrage – vor allem bei jüngeren Männern.

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Was tun bei Erektionsstörungen

So vielfältig wie die Ursachen einer Erektionsstörung, so zahlreich sind die Therapien bei einer erektilen Dysfunktion zu begegnen. Beispiele dafür:

Penisring

Dieser verhindert, dass das Blut aus dem Glied abfliessen kann und besteht idealerweise aus Gummi oder Silikon. Um seine Wirkung zu entfalten wird der Ring um Penis aber nicht um den Hodensack gelegt. Aber Vorsicht: bei Ringen aus Metall besteht die Gefahr, dass der Ring bei einer Erektion nicht mehr entfernt werden kann. Sie sollten deshalb vermieden werden.

Vakuumpumpe

Bei dieser Behandlung wird der schlaffe Penis in einen Zylinder (meist Plastik oder Glas) eingeführt, aus dem die Luft abgesaugt wird. Dies verstärkt den Blutzufluss in die Schwellkörper und führt zu einer Erektion.

Medikamente

Nützen physikalische Methoden nichts, greift man auf Medikamente in Form von Pillen oder Injektionen zurück. Die Pillen haben den Effekt, dass durch Verstärkung der Nerven-Signale die Penisgefässe erweitert und so der Blutzufluss in den Schwellkörper verstärkt wird. Gleichzeitig wird ein Enzym geblockt, das beiträgt, eine vorhandene Erektion rasch wieder abzubauen. Bei der Injektionstherapie wird ein Medikament in den Penisschwellkörper gespritzt, das nach rund einer Viertelstunde eine Erektion auslöst.

Schwellkörper-Implantat

Reichen alle oben erwähnten Mittel nicht aus, kommt als Behandlung gegen Erektionsstörungen eine Implantation des Schwellkörpers infrage. Daniel Eberli: «Die Implantate sind Hightech-Gerätchen, bei denen die Erektion auf Knopfdruck erfolgt.»

Der Nachteil der Prothesen: Bei schätzungsweise 15% der Patienten treten Komplikationen auf, zudem sind die Implantate teuer und werden nicht von der Krankenversicherung übernommen.

Sind Hausmittel wirksam?

Und was hält Daniel Eberli von Hausmitteln, wie sie im Internet in allen möglichen Varianten erwähnt werden, wie zum Beispiel ein Glas Milch mit getrocknetem Spargel, Maca-Pulver oder Peperoncini? «Es gibt keine Belege, dass solche Mittelchen tatsächlich wirksam sind», so Eberli. Es könne aber durchaus sein, dass Hausmittel irgendwelcher Art indirekt einen Effekt haben können «etwa wenn sie im Rahmen eines Vorbereitungs­zeremoniells eingenommen werden und der Kopf glaubt, dass man sich damit etwas Gutes tut.»

Bei Hausmitteln lautet deshalb das Motto: Nützt’s nichts, so schadet’s nicht.
Prof. Dr. Daniel Eberli, Direktor der Klinik für Urologie an der Universitätsklinik Zürich

Risikofaktoren: Rauchen & Alkohol

Der Fachmann betont auch die Wichtigkeit, eines gesunden Lebenswandels. «Wer Sport treibt, sich gesund ernährt, wenig Alkohol trinkt und auf das Rauchen verzichtet, senkt das Risiko einer erektilen Dysfunktion erheblich.» Gerade das Rauchen sei ein eigentlicher Killerfaktor bezüglich der Potenz, da es die Blutgefässe angreift: Je mehr ein Mann raucht, desto höher die Gefahr einer Impotenz.

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